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Offener Brief an Thomas Etschmann

Offener Brief an Thomas Etschmann

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

wir sind von Ihnen persönlich enttäuscht.

Ihre Partei, die SPD, versteht sich traditionell als antifaschistisch, sie ist stark in der Gewerkschaftsbewegung verwurzelt und engagiert sich mit Projekten wie Storch Heinar oder Endstation Rechts seit Jahren gegen die Extreme Rechte.

In Ihrer Stadt findet seit Jahren der politische Aschermittwoch der sog. AfD statt, eine Hass- und Hetzveranstaltung sondergleichen bei der im Donaucenter Schubert schonmal ein Hitlergruß gezeigt wird.

Natürlich ist es das gute Recht der Betreiberfamilie die Rechten zu bewirten. Ebenso wäre es aber das Recht - und auch die Pflicht - aller Demokrat*innen aus dieser Entscheidung der Schuberts Konsequenzen zu ziehen. Wer dem Faschismus Vorschub leistet muss konsequent ausgegrenzt werden.

Heiraten, wo zuvor “Abschiebungen, bis die Startbahnen glühen” gefordert wurde? Nein, danke.
Abschlussfeier in der selben Location in der zuvor gegen Teile der Absolvent*innen gewettert wurde? Och, nee!

Dass nun aber ausgerechnet die Stadt Osterhofen das Neujahrskonzert der Niederbayerischen Philharmonie als Abwechslung zum umgedichteten “L’amour toujours” ebenfalls im Donaucenter veranstaltet enttäuscht uns. Zutiefst.

Die Stadt kann vielleicht die Einmietung der AfD in der Stadthalle nicht verhindern (auch wenn es traurig ist, dass es offenbar noch nicht einmal versucht wird), aber muss man wirklich die Schädigung des Rufes ihrer Stadt durch die Vermietungspraxis der Schuberts mit einer Großveranstaltung belohnen?

Wir glauben nicht und rufen Sie daher auf keine weiteren Aufträge an das Donaucenter zu vergeben und bestehende Vereinbarungen auf Kündbarkeit zu prüfen.

Alle Demokrat*innen, Schulen, Hochzeits- und Eventplaner*innen rufen wir dazu auf ebenso zu verfahren.

Solidarische Grüße,

Niederbayern Nazifrei

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